Bericht zur Kastationsaktion im Mai 2011:

Nach wochenlanger Planung, Treffs mit Leuten, die Katzenkolonien haben und denen man den Weg hierher zeigen musste, etc. kam es wie es kommen musste. Wir hatten 4 Tage zum kastrieren plus zusätzliche Leute zum bauen, alles war durchgeplant, wer wann und wie kommt und dann 13 Stunden vor Beginn war ich kurz davor eingeliefert zu werden. Der Wasseronkel war noch nicht gekommen ebensowenig der Materiallieferant, die Kartoffelsäcke für die Katzen waren nicht da, es fehlte der Akkuschrauber...

Genauso ging es dann auch los. Erster Tag und Chaos pur. Die ersten Tiere trudelten ein - nur keine Spur von unserer Kastrabrigade.
 Bea und Anhang sind per Navi gefahren und haben eine feine Rundreise, inklusive Markt in Orihuela gemacht bis ich sie aufspüren konnte.
Die ersten Tiere warteten schon, bis wir alles auf die Reihe kriegten dauerte was.
Der Wasseronkel ist erst Mittags gekommen. Dadurch ist meine Planung völlig aus dem Eimer gelaufen, weil die Arbeiten am Katzenhaus erst anfangen konnten nachdem der Wassertank gefüllt worden war.  Die Katzen sollten nämlich während der Dacharbeiten in den Anbau umquartiert werden wo auch der Tank steht - nur.... zum betanken muss das Fenster geöffnet werden!! Zum Haareraufen...Nichtsdesto trotz stürzte sich die Baukolonne wacker auf die Malerarbeiten, das Katzenhaus musste ja auch gestrichen werden.
Und im OP-Container ist auch noch der Schubladenschrank auseinandergefallen. Aber egal, erster Tag überstanden, jeder hat es locker genommen, alle wussten dann was wo ist und letztendlich hatten wir auch noch eine Menge Spass dabei.
 Letztendlich spielte sich alles ein, Akkuschrauber war da, die Säcke auch, am Dach wurde fleissig gewerkelt und das Haus gestrichen während es auch im OP fluppte.

 

Wir hatten einen Container als Warte und Aufwachraum hergerichtet Die Katzenboxen wurden mit den soweit bekannten Eckdaten versehen, damit nichts durcheinanderkommt. Wer die Katze gebracht hat. Farbe, Geschlecht, ob möglicherweise trächtig und ob eine Ohrmarkierung nötig ist.
Da wir keinen Zwangskäfig für die wilden Katzen haben, wurde mit Kartoffelsäcken gearbeitet (seed potatos from Holland!) um die Wildlinge sedieren zu können.
Vorbereitende Arbeiten:
Da Katzen unter Narkose keinen Lidschluss haben, bekommen sie Augengel in die Augen. Somit trocknen diese während der Narkose nicht aus.
Die Mädels kriegen natürlich auch eine Rasur Danach aufbinden am Tisch
nach sterilisieren und abdecken der OP-Zone ging es dann los
Fast alle bis auf zwei Kätzinnen waren (schon wieder) trächtig.
Diese runden Kugeln wären die nächste Generation gewesen.
Bei nicht trächtigen Katzen sieht das so aus:
  und vernähen.
Eine Katze hatte eine üble Gebärmuttervereiterung - sie hat Glück gehabt, in zwei oder drei Wochen wäre sie erbärmlich verendet.
   
Ein paar Kater sind uns auch ins Netz gegangen.
Die Wildlinge bekamen einen Ohrmarkierung.
Und da sie schonmal auf dem Tisch waren, wurde auch mal die Ohren ausgeputzt, Frontline aufgetragen, Zahnstein entfernt und wenn nötig faule Zähne gezogen denn das können auch Wildkatzen nicht wirklich gebrauchen!
   


Insgesamt haben wir 37 Tiere kastriert, davon 23 Katzen.
Leider ist es sehr schwierig Wildkatzen auf den Punkt zu fangen und viele durften auch noch nicht kastriert werden, da sie noch Kitten unter 4 Wochen hatten. Andere, die es nötig gehabt hätten, wollten partout nicht in die Falle gehen.


Für den Kobold-Orden 1. Klasse schlage ich vor:

Andreas - der Schrecken aller spanischen Baumärkte und Elektrofachhändler
Jürgen - als Hund würde er zu den SoKa's gehören, wo er sich drin verbissen hat, da lässt er nicht locker
Ute - die für jemanden, der kein Blut sehen kann und katzenallergisch ist, erstaunlich locker-flockig bei den OPs assistiert und mit Katzen geknutscht hat.
Sanne - unser zuverlässiges menschliches Narkoseüberwachungsgerät, die die Tiere schön im Schlaf gehalten hat
Bea - kastriert alles was nicht bei "3" auf dem Baum ist, kompetent, schnell und unkompliziert
Moni- für den Streicheinsatz trotz der ermüdenden Sonne


Ausblick:
Wir müssen auch unbedingt sehen, dass wir regelmässige Kastras auf die Reihe bringen. Ich hab für die vier Tage über 100 (!) Anmeldungen für Tiere bekommen, dazu noch viele Katzen, die zur Zeit nicht kastriert werden können, weil sie Kitten unter 4 Wochen haben. Natürlich völlig unmöglich zu schaffen.


Wir müssen hier vor Ort einen TA finden, der für Kosten arbeitet, damit wir alle 3 oder 4 Monate kastrieren können. Es sind zuviele unkastrierte Tiere unterwegs und die Normalpreise sind einfach zu teuer. Da wir die Voraussetzungen haben - Bea war so freundlich alles durchzusehen und aufzuschreiben was wir noch brauchen - und ich auch jemanden für ne Wohnnung auftreiben könnte, fehlt uns eigentlich nur noch der TA, der für Nüsse oder etwas mehr arbeitet sowie die Spenden fürs Material. Ist auf jeden Fall ein Projekt an dem ich dranbleiben werde.